Tokyo Inferno

Tokyo Inferno

Beitragvon Kelhim » 13.01.2011 00:02

Tokyo Inferno

Bild

Genres: Katastrophen, Survival

Manga-Kurzbeschreibung:
Jin Mishima besucht an einem 23. Februar einen TV-Sender, um sich dort vorzustellen. Doch was als Tag voller Hoffnung beginnt endet in Furcht und Chaos, als Tokyo von einem Erdbeben der Stärke acht überrascht wird. Binnen weniger Sekunden verwandelt sich die Hauptstadt in eine unberechenbare Todesfalle, und unter den Überlebenden verbreiten sich Panik und Anarchie. Zusammen mit seiner alten Schulkameradin Nanako versucht Jin, aus dem Stadtteil Odaiba zu entkommen. Ein grausamer Spießrutenlauf durch den zerstörten Großstadtdschungel beginnt ...

Quelle: Rückdeckel des Manga


Meine Meinung:
Man muss Usamaru Furuya wirklich zugutehalten, aus einer mittelmäßig kreativen Ausgangslage heraus, nämlich einer ungeheurlichen Katastrophe in einer so dicht besiedelten, aus allen Nähten platzenden Großstadt wie Tokyo, etwas vollkommen Nüchternes und trotzdem Unterhaltsames entwickelt zu haben. Mittelmäßig insofern, als viele Erzähler, vornehmlich mithilfe von bewegten Bildern, eine invertierte Großmannssucht heraushängen lassen: “Seht her, so gewaltig ist die Stadt – und die Macht, die sie umwirft, ist noch so viel gewaltiger. Gewaltig ist cool!”. Furuya hat das nicht nötig. Im Gegenteil wirft er der sich aufdrängenden Gigantomanie einfache Fakten und Erklärungen entgegen, welche in eine intelligente Handlung eingebunden sind. So lässt er seine sorgfältig ausgearbeiteten und authentischen Charaktere nicht durch die Hollywood-Theme-Park-Edition einer zerstörten Stadt laufen und genauso wenig durch eine B-Splatter-Movie-Handlung, wie die Cover mit den langen Beinen vor der Trümmerlandschaft fälschlicherweise nahelegen. Ich bin gespannt, wie sich Jin schlägt und vor allem wie er sich unter diesen entbehrungsreichen Umständen persönlich weiterentwickelt. Bisher habe ich nur den ersten Band gelesen, hege jedoch keine Zweifel an der Qualität des nachfolgenden Bandes, der hier tatsächlich auch schon liegt und wartet, dass ich ihn lese.

Für diese mehrbändige Geschichte hat sich der Zeichner journalistischen und Fachverstand eingeholt, und in ein paar Doppelseiten zwischen den Kapiteln wird über die Wahrscheinlichkeit von Erdbeben, über die Folgen eines starken Erdbebens für Städte wie Tokyo und über bestimmte, irreal erscheinende Phänomene aufgeklärt (z.B. über das Verflüssigungsphänomen).

Tokyo Inferno Infotainment zu nennen, ginge sicher zu weit, es ist in erster Linie natürlich Unterhaltung mit Hintergrundwissen, in dieser Reihenfolge. Aber es ist ein, finde ich, ziemlich erwachsener Umgang mit der "Was wäre wenn"-Frage. Die Bücher sind übrigens in einem leicht größeren Format gedruckt, vermutlich wegen der unheimlichen Seitenanzahl (rund 500 pro Band!), und dementsprechend etwas teurer als üblich. Der Spaß kostet jeweils 16,95 Euro in Deutschland und 17,50 Euro in Österreich - aber es lohnt sich! :)
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Beitragvon Cyprien » 13.01.2011 21:08

was ist das verflüssigungsphänomen?
und ich würd gerne wissen, ob jin sich in einem der bände mit einer aus japanischen geschäftsmännern und schreibtischsklaven bestehenden bande rumschlagen muss.
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Beitragvon Kelhim » 13.01.2011 23:39

Das Verflüssigungsphänomen lässt Menschen schmelzen, weil die enorme ... eh, Hitze ... nein ^^ Es bezeichnet einfach den Übertritt des Grundwassers durch ein Erdbeben und die dadurch verursachten Überschwemmungen und tritt dort auf, wo der Grundwasserspiegel schon vorher hoch war, weil das Land künstlich aufgeworfen wurde. Durch die Eruptionen wird das Wasser nach oben gedrückt und sucht mit dieser Wucht im Rücken nach Ausgängen - wie Gullis. ^^

Also im ersten Band ist er noch keinen Schreibtischsklaven begegnet, aber was ist nicht ist, kann ja noch werden.
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Beitragvon Cyprien » 15.01.2011 21:56

warum finde ich dazu nichts im internet? ich will das genauer wissen. das mit dem "verflüssigungsphänomen" mein ich.
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Beitragvon Kelhim » 16.01.2011 00:13

Die englische Wikipedia hat einen ausführlicheren Artikel dazu: Soil liquefaction, allerdings nur ein kleiner Abschnitt zu dem Vorgang bei Erdbeben dabei. Der Begriff Verflüssigungsphänomen findet sich zwar, aber Bodenverflüssigung ist wohl gebräuchlicher, ich war nur vorher nicht gebildet genug, das zu kennen und hab's auch nicht recherchiert. ^^
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