Sterbehilfe Ja oder Nein?

Sterbehilfe Ja oder Nein?

Beitragvon Lux » 09.11.2011 23:02

Aus einer kleinen Diskussion ist eine Große geworden und es steht die Frage im Raum, ist Sterbehilfe moralisch vertretbar oder nicht?
Wie steht ihr zu dem Thema und wie denkt ihr über das vorzeitige Ableben, Lebens erhaltende Maßnahmen und Beihilfe zum Selbstmord?





Rein objektiv betrachtet, ins Verhältnis gesetzt, ja.
Aber das wäre sowas wie Sterbehilfe xD Das wird nicht gern gesehen.
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Re: Wovor habt ihr am meisten Angst?

Beitragvon Cyprien » 09.11.2011 23:54

ja, aber nur weil es nicht gerne gesehen wird, heißt das nicht, das es unmoralisch ist. jemanden über die schwelle helfen (durch die blume gesagt) ist meiner meinung nach moralischer als ihn jahrelang an irgendwelchen maschinen in der ecke verstauben zu lassen.
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Re: Wovor habt ihr am meisten Angst?

Beitragvon Lux » 10.11.2011 00:45

Ja schon .... allerdings wird sowas zu gern zweckentfremdet. Wäre das legal, würden zu vielen Omas über die Schwelle geholfen, die das eigentlich gar nicht wollen. Is schon besser so.
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Re: Wovor habt ihr am meisten Angst?

Beitragvon Cyprien » 10.11.2011 17:37

ja, weil wir so dringend alte menschen brauchen. ich mein, es war von natur ja auch so konzipiert, dass man 100 wird.
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon Lux » 10.11.2011 18:19

Ja, aber willst du denn keine 100 werden?
Ich meine nur, weil sie alt sind, kann man sie ja nicht einfach umbringen.
Das wäre ja wie Kinder töten, weil die haben eh noch nix gesehen von der Welt.

Das kann man doch so nicht als Begründung bringen ö.Ö Oder etwa doch???
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon VarisVarjo » 10.11.2011 19:58

Ich finde es sollte grundsätzlich erlaubt sein wenn die Person sich damti einverstanden erklärt... zB wenn man weiß dass man ne Prädisposition hat an Alzheimer zu erkranken oder Huntington. Dann sollte man nen Notariell begalubigten Vertrag aufsetzen dürfen, der Sterbehilfe ab einem gewissen Zeitpunkt zulässt. Oder einfach allgemein, wenn man nicht in der Situation leben möchte dass man künstlich am Leben erhalten wird, im Wachkoma liegt oder dergleichen.

Ich finde es muss halt jeder Mensch für sich entscheiden... ob er das okay findet, aber gleichzeitig sollte auch jeder das "Recht" haben es für sich entscheiden zu dürfen.
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon Kelhim » 10.11.2011 21:38

Grundsätzlich finde ich ebenfalls, dass jeder für sich ganz persönlich sagen kann: "Jetzt ist es aber mal gut, lebt wohl". Aber dann gibt es natürlich auch die andere Seite, die diese Sterbehilfe dann durchführen soll, und die Ärzte in Deutschland betrachten es mehrheitlich nicht als ihre Aufgabe, Menschen beim Sterben zu helfen, sondern sie im Gegenteil am Leben zu erhalten, und darum muss es auch erlaubt sein, dass ein Arzt sagt: "Nein, das kann ich mit meinem Berufsethos nicht vereinbaren, suchen Sie sich jemand anderen dafür!"

Ein anderes Problem ist der Zustand des Sterbewilligen. Der bisher berühmteste Fall war, glaube ich, 2009 oder 2010 in Italien, als darüber entschieden werden musste, ob die Lebenserhaltungsmaßnahmen für einen Komapatienten eingestellt werden sollten oder nicht. :/
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon VarisVarjo » 10.11.2011 21:53

Das war doch ne Frau im Wachkoma, oder nicht?
Wachkoma ist halt nochmal schlimmer als Koma finde ich. Die Leute sind dann bewegungsunfähig, werden künstlich am Leben erhalten, sind dabei aber wach und bei bewusstsein.... Ich glaube das ist schlimmer als ein "normales" Koma in dem man wenigstens nichts mitbekommt... auch nicht, wie Politik und Gesellschaft darum streiten wer über das eigene Leben entscheiden darf zum Beispiel *hust*

Ich verstehe schon auch das Argument der Ärzte, das du anfürhst, Kelhim, ich würde auch nicht jemandem die Spritze ansetzen wollen oder dergleichen. Aber interessanterweise gibt es ja doch Menschen die das tun, und zwar jene die zb in US Gefängnissen Todesurteile vollstrecken. Wurde mir nur irgendwie grade so bewusst, obwohl es ja nix mit dem Thema zu tun hat.

Ich glaube aber auch dass ein guter Arzt, wenn er sieht dass ein Mensch extrem leidet, und dieser ihn dann auch noch darum bitten würde ihn "zu erlösen", in einen großen Konflikt kommt. Es würde dabei schon helfen wenn wenigstens das Gesetz dahinter stünde, denn ich denke in solchen Situationen ist es weniger das Gewissen wegen dem einen der Gedanken widerstrebt (wenn man wirklich sieht wie schlecht es dem Patienten geht... und dieser wirklich keine Aussicht auf Besserung mehr hat) sondern eher die Angst vor den rechtlichen Folgen....
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon Mina » 10.11.2011 23:24

Ich finde das man die Menschen nicht ohne deren Einwilligung sterben lassen sollte, wie ihr schon gesagt habt.

Und was Varis sagte, find ich ist sehr wahr.
Wie kann man über das Leben jemand anderes entscheiden?
Ich könnte um ehrlich zu sein sowas nicht machen >.<
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon Lux » 12.11.2011 12:12

Das Problem liegt gar nicht mal so sehr darin das die, die es wollen, nicht sterben gelassen werden.
Das Problem ist das was hinter verschlossenen Türen passiert. Es ist zuweilen einfach einen alten Menschen etwas so zu erklären, dass er es überhaupt nicht versteht. Oder er etwas unterschreibt was ihn umbringt und er es für eine neue Badewanne hält.
Jedes Jahr werden in Deutschland 30 Rentner umgebracht. Daheim... auf irgend einem Wege von ihrer Betreuung oder Angehörigen. Wenn die dann einmal tot sind, macht sich die Gerichtsmedizien nicht die mühe den Tot zu klären. "80? Alles klar. Herzinfarkt!" und weg.
Jetzt rechnet das mal hoch, wenn es auch noch legale Sterbehilfe gäbe.
Der Fall das jemand wirklich hopps gehen will, ist sehr viel seltener und echte Einzellfälle, als das was letztendlich damit gemacht würde.

Wäre ein Notar zugegen, klingt echt ordentlich und fachgerecht. Allerdings wird in Deutschland nur selten etwas Fachgerecht gemacht. Es gibt für alles Ausreden und eigentlich ist es den meisten auch egal. Ist nicht ihr Leben.
"Meine Oma ist jetzt verwirrt, ja. Aber sie hat immer gesagt, wenn ich mal verwirrt bin, möchte ich nicht so leben müssen." Jetzt muss man das mal beweisen oder widerlegen. Da gehts nämlich schon los. Und dann gibt es ja auch noch die Möglichkeit das sie grade wo der Notar da ist, gar nicht verwirrt sondern auf Drogen ist.
Man sollte nie unterschätzen wozu Menschen in der Lage sind. Und Möglichkeiten gibts schier unendlich.

Ich bin gegen Sterbehilfe. Die würde nur missbraucht und ich bin gegen das Verschwinden von wahllos aussortierten Menschen, egal welchen Alters. Denn Sterbehilfe ließe sich auch ohne große Umwege auf junge Menschen anwenden, wenn sie in einer besonderen Situation sind.
Es würde gar nicht lange dauern, bis jedem "geholfen" werden würde.
So meine Ansicht.
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon VarisVarjo » 13.11.2011 14:49

Deswegen müsste ja meiner Meinung nach auch ein "geregelt System" her dass solche Fälle eben komplett abdeckt.
So wie zB mit Organspende!
Gut, in Österreich ist das sowieso ein bisschen anders denn hier ist es soweit ich weiß so dass man ein "Widerrufsrecht" hat (das heißt man ist "automatisch" Organspender außer man will es nicht, im gegensatz zu vielen Ländern wo man nur dann Organspender ist wenn man einen bestimmten Ausweis hat oder dergleichen).
Aber in anderen Ländern muss man sich "im vorhinein" entscheiden ob man möchte dass im Falle eines Unfalls oder dergleichen, die eigenen Organe gespendet werden. Genauso könnte man ja auch zB sich vertraglich zu erklären dass man im Fall eines Schalganfalls/Wachkomas etc. nicht künstlich am Leben erhalten werden möchte. Dann kann man auch "beweisen" dass die Person das wirklich wollte.

Es stimmt schon was du sagst, Lux, ich denke auch dass viel Schindluder damit getrieben würde, wenn es erlaubt wäre. Daher müsste, bevor soetwas in Erwägung gezogen wird, ein wirklich gutes "System" her.... Sonst kann es nicht funtkionieren.

Zu viele Menschen sind einfach aufs Betrügen aus. Merkt man ja auch daran, wie viele zB den Tod eines älteren Familienmitglieds verheimlichen um weiter die Pension zu kassieren usw -___-
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon Lux » 13.11.2011 15:30

VarisVarjo hat geschrieben:Genauso könnte man ja auch zB sich vertraglich zu erklären dass man im Fall eines Schalganfalls/Wachkomas etc. nicht künstlich am Leben erhalten werden möchte. Dann kann man auch "beweisen" dass die Person das wirklich wollte.


Das gibt es schon. Es steht jedem frei so einen Zettel zu schreiben und sich so abzusichern, im Falle, wenn....
Für gewöhnlich macht man das im Beisein seiner Krankenkasse. Aber nicht alle erwarten ein schnelles Ende und sichern sich so ab. Wie mit einem Testament. Dann kann man eigentlich auch sicher sein, das es ordentlich gemacht ist.
Allerdings sind sich die Menschen heute schon, nicht mehr zu schade Unterschriften zu fälschen und solche Zettel im Nachhinein zu gestalten, wie sie es brauchen.
Hat man so ein gesichertes Schriftstück machen können, schalten die Ärzte auch die Geräte ab, wenn die Versicherung kommt und sagt "Hier, alles ordnugsgemäß vor `nem Jahr bei uns festgelegt. Könnt ihr ausmachen." Das gilt aber nur, solange der Betroffene nicht in der Lage ist, selbst eine Entscheidung zu treffen und aber in einer 50/50 Situation steckt.
Das geht nicht mit jemanden der Alzheimer hat oder sonst was, womit er nicht "leben" möchte.
Mit Sterbehilfe würde das allerdings sehr wohl gehen. Da dann das Entscheidungsrecht beim Betroffenen liegt bzw. bei seinem erklärten Vormund. Kompliziert oder?
Zu kompliziert um da eine eindeutige Entscheidung zu treffen, also sollte man es besser lassen.
Schließlich bringen die, die noch dazu in der Lage sind, sich selbst um. Das sind ja schon genug.
Traurigerweise sind das auch oft Menschen über 40, in der festen Überzeugung das sie Alzheimer haben. Dabei haben sie nur eine schleichende Depression, die genauso wirkt aber ganz einfach behandelbar ist. Das sind ja auch schon genug die sich unnötigerweise töten, weil sie schlecht informiert sind und Angst haben.
Jetzt stell man sich mal vor die werden auch noch unterstützt in ihrem Fehlgedanken von jemanden der "Mitleid" mit ihnen hat und glaubt er tut etwas moralisch richtiges. Dabei liegen sie beide daneben.
Wo kommen wir denn da hin?
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon VarisVarjo » 13.11.2011 16:15

Ja, da hast vollkommen recht, diese ganzen neurodegenerativen krankheiten und alles was damit zu tun hat sind da ein Problem...
Vor Allem... wenn die Person schon so schweres Alzheimer hat, dass sie sich nicht mehr "daran erinnert" dass sie das unterzeichnet hat -? Und es vielleicht nicht mehr will (soweit sie es halt noch beurteilen kann)? Wie sollte man dann reagieren?

Ich kannte jemanden der Alzheimer hatte und es war schrecklich mitanzusehen... ich persönlich tröste mich dann eher mit dem Gedanken, dass es gar nicht nötig ist zu sagen "Ich will so nicht enden/dahinvegetieren" denn... die betroffenen Personen bekommen es, so blöd das klingt, nicht mit. Sie erinnern sich auch mit ziemlicher sicherheit nicht mehr daran dass sie vielleicht mal gesagt haben dass sie nicht so enden wollen. Sie sind sich nicht bewusst in was für einer Situation sie sind und ich glaube dass die, die wirklich "leiden" dann die Angehörigen sind, die lernen müssen damit umzugehen...

Ich schweife etwas ab... aber ich wollte noch sagen dass ich dir zustimme.

Ich glaube das "Konzept" der Sterbehilfe ist etwas gutes, aber die Menschen sind nicht "gut genug" um es anzuwenden. Weil es zu viele gibt, die ihren persönlichen Vorteil daraus schlagen wollen würden...
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon Lux » 13.11.2011 23:19

VarisVarjo hat geschrieben:Ich glaube das "Konzept" der Sterbehilfe ist etwas gutes, aber die Menschen sind nicht "gut genug" um es anzuwenden. Weil es zu viele gibt, die ihren persönlichen Vorteil daraus schlagen wollen würden...

Fakt.
Viele wollen Gutes tun und helfen aber SO EINFACH ist das nicht.
Ich möchte mal den sehen der meint er könne über Leben und Tot eine "Generalentscheidung" treffen.

Das erinnert mich an einen den ich erst Samstag auf dem Einkaufsparkplatz gesehen hab.
Der hatte auf seiner Heckscheibe ein Vinyl mit der Aufschrift "Todesstrafe für Kinderschänder".
Ich hab mich fast vor Lachen unter seinen schwarzen Transporter gelegt und dachte einfach nur "Gott sei Dank hast DU das nicht zu entscheiden."
Hab mich natürlich, wie ich so bin, sofort über ihn informiert und siehe da? Sein Lieblingshobby: mit 1,6 Promille Restalkohol angehalten werden. Die größere Bedrohung ist er ja wohl selber.
Ich sag mal pauschal, er meint es gut. Aber =.= ... ... ... Information und so.
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon VarisVarjo » 13.11.2011 23:52

Ja, die Todesstrafe... finde ich auch ganz und gar nicht gut dass es das noch immer gibt....

ja, die Schwierigkeit ist die "Entscheidung", wer trifft sie, und wer achtet darauf dass alles berücksichtigt wird usw.
Solange man noch selber über sein eigenes Leben und seinen Tod entscheiden kann ist man ja echt zu beglückwünschen. Und darüber hinaus kann man sich nur mit dem Gedanken tröstet dass man selbst es (hoffentlich) nicht mehr mitbekommt was um einen herum geschieht und man somit auch nicht "leidet"...
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon Lux » 14.11.2011 00:23

Ja leiden ist nicht schön. Ich bin ja auch für ein schnelles schmerzloses Ende, wenn es denn schon sein muss.
Wo wir zurück bei Sterbehilfe wären.

Ein ehemaliger Kollege von mir, liegt schon paar Jahre zurück, hatte einen Vater der schon in hohem Alter regelmäßig alle paar Wochen einen Herzinfarkt hatte. Er lag nur noch im Bett. Er war zwar bei Verstand aber konnte wirklich gar nichts mehr selbst machen und hat praktisch da vor sich hin vegitiert.
Der Sohn hat jedes Mal den Krankenwagen gerufen und sie haben ihn wiederbelebt.
Ich war so frei ihn zu fragen wie das für ihn ist und wie er damit umgeht und vor allem, ob er nicht mal dran gedacht hat, den Krankenwagen einmal nicht zu rufen.
Er hat mir gesagt, das er nicht mehr weiß wie oft er ihn schon gerufen hat. Er hatte das zählen aufgegeben.
Und ja, er hatte daran gedacht es zu Ende gehen zu lassen. Wenigstens lange genug zu zögern bis es vorbei war.
Aber hat es Schluss endlich nicht übers Herz gebracht seinen Vater sterben zu lassen, trotz dessen das es sich dieser wünschte bei dieser Tortur von Leben und nicht Leben.
Irgendwann war es aber dann doch soweit und der Sohn war einmal nicht zugegen als es wieder zu Ende ging.
Ich weiß nicht was besser gewesen wäre oder war.
Ihn sterben zu lassen und ihm dabei die Hand zu halten oder, wie es ja dann kam, er sterben musste. Unbeachtet, mit seinem Schmerz allein gelassen.
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon Cyprien » 21.11.2011 20:55

immerhin hat er es jetzt hinter sich. vermutlich wäre es für ihn schöner gewesen, wenn ein familienmitglied da gewesen wäre um ihm gesellschaft zu leisten oder sonstwas, aber vielleicht hätte er gerade das auch nur wieder scheisse gefunden mit der begründung "ey, rette mich, ich will nicht sterben, lieber hier versauern als sterben".
Selbst wenn man die Menschen selber entscheiden lässt, ob sie sterbehilfe wollen oder nicht, würden es die meisten vermutlich ablehnen, weil sie sich denken "ne, lieber hier liegen und am leben gehalten werden für den unwahrscheinlichsten fall, dass doch noch ne heilung/therapie/sonstwas entdeckt wird als sterben."
weil dann wäre ja endgültig schluss und vorbei, das wäre ja was definitives. und menschen sind nunmal feige und egoistisch.
es ist nunmal so, dass die medizin zwar vielen hilft, aber auch die leute die schon lange nicht mehr leben sollten am leben hält. menschen waren nie dazu konzipiert alt zu werden, sonst wären sie schon immer alt geworden und nicht erst seit der entdeckung der modernen medizin. ist ja nicht alles schlecht, bei weitem nicht, aber trotzdem. irgendwann ist gut, irgendwann sollte man einfach den löffel abgeben. und nicht erst wenn man mit 80 nur noch rumsumpft und nichts mehr alleine machen kann.

und um die am anfang gestellte frage zu beantworten: nein, ich möchte nicht alt werden, weil ich das alter verabscheue und lieber mit 60 (maximal) den löffel abgebe.
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon VarisVarjo » 22.11.2011 00:35

Cyprien hat geschrieben:Selbst wenn man die Menschen selber entscheiden lässt, ob sie sterbehilfe wollen oder nicht, würden es die meisten vermutlich ablehnen, weil sie sich denken "ne, lieber hier liegen und am leben gehalten werden für den unwahrscheinlichsten fall, dass doch noch ne heilung/therapie/sonstwas entdeckt wird als sterben."
weil dann wäre ja endgültig schluss und vorbei, das wäre ja was definitives. und menschen sind nunmal feige und egoistisch.


Hast du mal jemanden gekannt der Todkrank war oder an einer Unheilbaren Krankheit gelitten hat? Kann ich mir grad irgendwie schwer vorstellen....


Ja, die moderne Medizin hat dazu beigetragen, dass die Menschen länger Leben, und wir haben alte Probleme wie Infektionskrankheiten gegen neue wie Krebs und neurodegenrative Erkrankungen "ausgetauscht". Geändert hat sich unsere Situation dadurch nicht, finde ich. Man lebt länger, man hat mehr Zeit in diesem Leben, und stirbt im Normalfall nachdem man ein mehr als doppelt so langes Leben hatte wie vielleicht noch vor 1000 Jahren. Aber man stirbt trotzdem, die einen leiden mehr, die anderen weniger. Damals sind auch viele Menschen dahingesiecht vor ihrem Tod, nur sind sie wahrscheinlich an anderen Krankheiten gestorben als heute. Vielleicht auch schneller, aber sicherlich nicht schöner oder weniger unangenehm.
Von daher bin ich persönlich schon sehr froh dass die Meidzin so viel erreicht hat und ich in dieser Zeit lebe.
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon Lux » 01.12.2011 10:52

VarisVarjo hat geschrieben:Von daher bin ich persönlich schon sehr froh dass die Meidzin so viel erreicht hat und ich in dieser Zeit lebe.


Oh ja. *nick nick*
Sonst wär ich jetzt schon mehrfach über den Jordan. Dann hätt ich´s nicht mal bis zum 1ten Lebensjahr geschafft.
An der Nabelschnur aufgehängt, am Fieber verbrannt, am Autounfall verblutet, am Kieferbruch verhungert, am Zwilling vergangen usw usw.
Ich denke nicht das es die Natur ist die versucht mich zu töten. Ich denke es ist die Natur, durch die Erschaffung intelligenten Lebens, die versucht mich am Leben zu halten.
Ich denke, das wir heute ganz natürlich leben und sterben genauso wie vor tausend Jahren. Nur unter anderen Bedingungen. Den Gegebenheiten angepasst die völlig natürlich entstanden sind mit dem Typen der n Rad aus dem Felsen gekloppt hat.
Daher finde ich es auch okay das Menschen länger leben, obwohl ihre Uhr tickt.
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon VarisVarjo » 01.12.2011 12:48

Das denke ich mir auch =)
Ich habe auch einen vollkommen anderen Zugang zu dem Wort "natürlich", wenn es zB um Medikamente oder dergleichen geht. Sehr viele dieser Stoffe sind de facto aus Lebewesen gewonnen und von ihnen "abgeschaut". Daher ist es für mich nichts "Künstliches". Nur halt "synthetisch hergestellt".
Und schlussendlich denke ich mir immer, alles was man herstellen KANN, könnte irgendwo in der Natur so auch vorkommen, weil es physikalisch möglich ist... nur halt vielleicht sehr unwahrscheinlich oder dergleichen. Somit ist keine verbindung wirklich "künstlich"....

Daher betrachte ich die Medizin auch als nichts so "künstliches" wie das viele Menschen tun ._.
Aber naja, ist zum Teil wohl mit meinem zukünftigen Beurfsbild verbunden XD
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon Cyprien » 01.12.2011 22:35

Ja, ich habe Leute kennen gelernt, die an "unheilbaren Krankheiten" erkrankt sind. Die Mutter meines besten Freundes ist an Krebs gestorben, meine eigene Mutter hatte Krebs (zählt aber nicht, weil ich sie verabscheue), ich hatte einen Kameraden mit AIDS, der mittlerweile Tod ist, ich selber habe Toxoplasmose, die nicht geheilt werden kann, aber bei früher Behandlung uninteressant wird.
Aber ich bin auch der Meinung, dass alles, was nicht natürlich, sondern synthetisch entstanden ist, nicht, von der Natur geplant ist. Sonst wäre es ja natürlich entstanden. Scheiss drauf, wie warscheinlich es ist. Wenn der Mensch es erschaffen musste, dann ist es etwas unnatürliches. Es wäre ja auch nie auf natürliche Weise eine Atombombe entstanden.
Und was soll das bitte heißen, dass die Leute früher nicht mehr oder weniger gelitten hätten als heute? Früher bist du an der Pest erkrankt und hast kein Jahr mehr gelebt. Heute leidest du für Jahre am Stück an Krebs, AIDS oder anderen chronischen Krankheiten und hast die Möglichkeit dir Jahre lang Gedanken darüber zu machen, dass du deine Kinder nicht mehr aufwachsen siehst, dass deine große Liebe dich Jahrzehnte überleben wird oder, dass du früher stirbst, als jeder, mit dem du zur Grundschule gegangen bist. Klingt für mich ja quasi nach dem Paradies.
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon Lux » 02.12.2011 08:51

@Cyprien
Naja dann Glückwunsch zur Immunität sag ich mal. ^^ Nochmal kriegst du es nicht.

Topic
Du hast recht, es ist besser schnell zu sterben als sich lange Gedanken darüber zu machen. Definitiv.
Aber ich finde es falsch, wenn Menschen sterben, weil sie z.B. aus Glaubensgründen keine Medikamente nehmen oder sich behandeln lassen. Das muss doch wirklich nicht sein. Ich sag mal nicht "das darf nicht sein", weil das die Freiheit von Selbstmord ist. Aber es muss nicht sein.
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Re: Sterbehilfe

Beitragvon VarisVarjo » 05.12.2011 10:09

Dann tut's mir leid dass ich das falsch aufgefasst habe. Offenbar haben die Leute die ich kennengelernt habe da eine andere Einstellung zu dem Thema.

Cyprien hat geschrieben:Aber ich bin auch der Meinung, dass alles, was nicht natürlich, sondern synthetisch entstanden ist, nicht, von der Natur geplant ist. Sonst wäre es ja natürlich entstanden. Scheiss drauf, wie warscheinlich es ist. Wenn der Mensch es erschaffen musste, dann ist es etwas unnatürliches. Es wäre ja auch nie auf natürliche Weise eine Atombombe entstanden.


Eine Vielzahl der Medikamente die wir heute verwenden besteht aus einem natürlichen Wirkstoff, den man einfach im Labor "synthetisiert" oder, noch besser, man lässt transgene Bakterien den Wirkstoff herstellen.
Alles was der Mensch tut ist sich Dinge von der Natur abschaun und zu seinem Nutzen verwenden. Selbst erfunden haben wir noch nie etwas, das die Natur nicht schon vorher irgendwo irgendwie und meist besser beherrscht hätte, abgesehen vom Rad.


Cyprien hat geschrieben:Und was soll das bitte heißen, dass die Leute früher nicht mehr oder weniger gelitten hätten als heute? Früher bist du an der Pest erkrankt und hast kein Jahr mehr gelebt. Heute leidest du für Jahre am Stück an Krebs, AIDS oder anderen chronischen Krankheiten und hast die Möglichkeit dir Jahre lang Gedanken darüber zu machen, dass du deine Kinder nicht mehr aufwachsen siehst, dass deine große Liebe dich Jahrzehnte überleben wird oder, dass du früher stirbst, als jeder, mit dem du zur Grundschule gegangen bist. Klingt für mich ja quasi nach dem Paradies.


Früher hattest du auch noch andere Probleme als darüber nachzudenken ob du deine Kinder aufwachsen siehst, hast dir vermutlich keine Gedanken gemacht ob du älter wirst als andere oder nicht.
Täglich um dein Überleben zu kämpfen, weil du kaum zu essen hast, absolut keine Wahl zu haben wie du dein Leben führen wirst (als Bauer geboren, als Bauer gestorben), ein Leben zu führen das nur aus Arbeit und sonst nichts besteht, von gesellschaftlichen Konventionen eingesperrt zu sein und im schlimmsten Fall getötet zu werden wenn du den Mund aufmachst - hört sich für mich jedenfalls nicht gerade erstrebenswert an.
Da bevorzuge ich eher die heutige Zeit, wo ich mein Leben doch immerhin so führen kann wie ich will, mit mehr Freiheiten. Mit der Gewissheit dass ich die meisten Krankheiten überleben werde, weil sie geheilt werden können. Da nehme ich den Gedanken daran dass ich vielleicht irgendwann eine der von dir genannten Krankheiten bekomme in Kauf. Und vermutlich trotzdem älter werde als 99% der Leute im Mittelalter oder auch heute noch in Entwicklungsländern.
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Re: Sterbehilfe Ja oder Nein?

Beitragvon Lux » 07.12.2011 05:56

Von einem anderen Thread übernommen
Cyprien hat geschrieben: ... vielleicht sollten doch wieder mehr leute rauchen. oder sterben, damit wir die rente für uns haben können.


LadyManga hat geschrieben:Ja sterben ist schon eine Sache...
Aber nach meiner Meinung gibt es wirklich viel zu viele alte Menschen oO
Sie hätten (die Forscher) sich nicht auf das Leben des Menschen(verlängerung des Leben) beschäftigen sollen.
Vielleicht wäre es besser wenn vor 15-30 Jahren die Menschen mit 70 gestorben?
Derjenige hätte das Leben gelebt und die übriggebliebenen Menschen hätten dann wenisgtens was davon oO'



Rein theoretisch mögt ihr recht haben damit, das alte Menschen nicht mehr gebraucht werden.
Aber praktisch hängen an diesen alten Menschen noch andere Menschen dran.
Sterben in der Theorie ist leicht. Aber praktisch, stirbt die Mutter deiner Freundin und sie sitzt 15 Stunden neben dir und weint ununterbrochen. Unnnunnnterbrochen...
Für Menschen mit Gefühlen ist das ein hartes Brot und ich glaube nicht das hier einer von euch es aufbringt so jemanden zu sagen "Hey du, die war schon alt. Alte Menschen müssen weg."
Wenn doch, wäre ich zu gerne dabei.
Du setzt besser einen Helm auf.
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Re: Sterbehilfe Ja oder Nein?

Beitragvon Mina » 08.12.2011 00:28

lol xD
Das mag sein, doch bei einigen alten Menschen ist es so, dass deren Kinder sich von ihnen abgewendet haben und da wird
keine weinen oder ihrer Eltern nachweinen o.o
Meine Meinung der Sicht, doch es stimmt schon was du sagst, Lux ^^'
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