Sterbehilfe Ja oder Nein?

Re: Sterbehilfe Ja oder Nein?

Beitragvon Lux » 08.12.2011 01:48

Das ist aber eher die Ausnahme als die Regel.
Wir sterben so wie wir gelebt haben. Und wenn sich ihre Kinder von ihnen abwenden, dann haben sie ihre Rechnung bekommen.
Mag sein das es dann niemanden mehr interessiert wie sie sterben. Doch ist das kein Grund pauschal zu sagen, das alle Alten Menschen weg können und nicht mehr versorgt oder behandelt werden sollten.
Finde ich.

Ich habe mich eine Zeit lang als die Freundin von meinem 4 Jahre älteren Onkel vorgestellt.
Dazu ist es gekommen, weil sich die Mutter meiner Oma mit 90 kaum noch an die Menschen um sich herum erinnern konnte, aus einer Krankheit heraus, die allerdings keine senilität war.
Immer, wenn wir sie besucht haben, haben wir die Geschichte wer ich denn bin, abgekürzt. Sie mochte mich sofort, weil ich ihr wie aus dem Gesicht geschnitten bin.
Nur, weil sie mich nicht mehr kannte, bedeutet das nicht gleichzeitig das ich sie nicht mehr kenne. Und es bedeutet auch nicht das ich über ihre Gefühle hinweg gehen kann und sie ignoriere oder immer wieder aufs Neue damit konfrontieren, das sie mich vergessen hat, was sie an ihren momentanen Zustand erinnert.

Der Tod zieht unheimlich große Kreise.
Immer, wenn jemand stirbt und seine Uhr aufhört zu ticken, beginnt bei jemanden anderen die Uhr zu ticken.
Aus meiner Erfahrung heraus, bringt jeder Tod, egal welche Alters, jemand anderen näher an sein Ende, der eigentlich Zeitlich und Gesundheitlich noch nicht dran wäre. Je nach dem wie nahe man diesem Menschen steht, zieht er eine mit ins Dunkle.
Einfaches Beispiel: Kind wird überfahren, Eltern trennen sich, Mutter erhängt sich, Vater säuft, überfährt jemanden.
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Re: Sterbehilfe Ja oder Nein?

Beitragvon VarisVarjo » 08.12.2011 12:11

Du kanntest die Mutter deiner Oma, also deine Uroma? Wow! Für mich ging sich das nicht mehr aus - wenn man das so sagen kann, meine Oma hat meine Mutter recht spät bekommen und meine Mutter mich ebenso. Ich hab leider nicht mal mehr meinen Opa kennengelernt.

Ich weiß nicht, ich finde alte Menschen haben genauso ein Recht darauf, ihren Lebensabend glücklich zu verbringen wie jeder andere auch ein Recht darauf hat das beste aus seinem Leben zu machen... Im Idealfall haben diese Menschen ihr Leben lang etwas geleistet und zur Gesellschaft beigetragen, und im Gegenzug unterstützt sie die Gesellschaft dann halt wenn sie zu alt sind um noch zu arbeiten.
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Re: Sterbehilfe Ja oder Nein?

Beitragvon Lux » 11.12.2011 07:15

Meine Familie, wird wie Unkraut, sehr alt, wenn nichts dazwischen kommt. Inzwischen sind die beiden ältesten Generationen aber verstorben. Dieses Jahr zuletzt mein Opa. Nicht lange nach meiner Oma. Man weiß einfach, das, wenn jemand geht, jemand nicht lange darauf folgt. Ich bin z.B. der Genetiksprung meiner Uroma. Sie war ein schwieriger Mensch, hatte so ziemlich alles zu erleiden, hat sich ein paar hervorschaftliche Feinde geschaffen und ist uralt geworden. Ich denke, bei mir wird es ganz ähnlich ablaufen.

Ich teile deine Ansicht mit dem Recht auf Leben. Sie haben es sich ganz einfach verdient, wenn sie nicht mehr können, für ihren Einsatz belohnt zu werden, indem sie in der Rente ihre Ruhe haben. Wir haben alle unsere Kriege durch zu stehen und danach sollte man auch eine Zeit haben, in der man all die aufregende Zeit ausklingen lässt und weitgehendst als Beobachter fungiert.
Alte Menschen mögen zwar nicht mehr arbeiten können, aber sie können denken und wissen vieles. Der Mensch wird also, egal wie alt, niemals seinen Wert verlieren.
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Re: Sterbehilfe Ja oder Nein?

Beitragvon Cyprien » 17.12.2011 23:59

Da der Wert eines einzelnen Menschen aber nicht besonders hoch ist, da jeder Mensch ersetzbar ist, macht der nicht vorhande Wertverlust auch keinen großen Unterschied.
Und alte Menschen wissen eben nicht mehr vieles, weil die alten Menschen, die noch fit und aktiv sind, die stellen leider die Minderheit dar. Der Großteil der Menschen lässt im Alter in allen Bereichen nach, weil es eben niemals geplant war, dass der Mensch alt wird. Klar hängen immernoch Leute an denen, ob es nun Enkel, Kinder, Geliebte oder sonstwas ist, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es für die schön ist, zuzusehen wie ihre Anverwandten dahinsiechen oder einfach nur immer gebrechlicher und/oder seniler werden.
Das ist allerdings nur meine Meinung.
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Re: Sterbehilfe Ja oder Nein?

Beitragvon Lux » 18.12.2011 09:57

Ja, Mitgefühl gibts in beide Richtungen. Entweder weil er tot ist oder weil er immer noch leben muss.

Ich persönlich denke auf diversen Beerdigungen nur das er es hinter sich gebracht hat. War schön solange es dauerte und is schade das er nicht mehr mitspielen darf. Aber deswegen bleibe ich trotzdem dabei, das man es nicht fördern muss.
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Re: Sterbehilfe Ja oder Nein?

Beitragvon Manshin Shita » 12.02.2012 13:22

Cyprien hat geschrieben:Da der Wert eines einzelnen Menschen aber nicht besonders hoch ist, da jeder Mensch ersetzbar ist, macht der nicht vorhande Wertverlust auch keinen großen Unterschied. [...] Das ist allerdings nur meine Meinung.

Zum Glück ô.o Denn der erste Satz wäre in meinen Augen unter aller Sau gewesen! Klar, für gewisse Dinge sind Menschen sicherlich ersetzbar, aber für Familie, Freunde und Umkreis sicher nicht! Da würde der Satz absolut nicht passen und vertreten würde ich ihn persönlich auch nicht.

Zum Thema Sterbehilfe... da würde ich sagen kommt es ganz auf die Situation des einzelnen an und was ggf. die Ärzte sagen bzw. was die Person in der Vergangenheit diesbezüglich durchgemacht hat. Es ist für mich absolut vertretbar, wenn eine Person z.B. eine unheilbare Krankheit hat, die Ärzte sagen, sie machts nicht mehr lange und wenn sie in ihrer Vergangenheit shcon schmerzlich viel damit zu tun gehabt hatte, dass man es schon quasi mit der Hölle vergleichen könnte... Warum dann noch ein paar WOchen oder ggf. Monate mit Qualen vor sich hinvegitieren? Das ist moralisch noch bescheidener als beim Sterben zu helfen ô.o
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Re: Sterbehilfe Ja oder Nein?

Beitragvon Cyprien » 26.03.2012 20:48

Sterbehilfe bei Alten und Kranken, ein Streitthema, jetzt aber mal eine Steigerung: "Sterbehilfe" bei Babys, Neugeborene um genau zu sein. Zwei Forscher, eigentlich nur Philosophen aber laut Presse Forscher, fordern das Recht Babies bis zu einem gewissen Zeitpunkt nach ihrer Geburt legal töten zu dürfen. Sie begründen das damit, dass Neugeborene mit Föten gleichzusetzen wären und somit nur als "mögliche Personen" bezeichnet werden sollten. Somit sollte es Eltern erlaubt sein, ihr Kind nach der Geburt "abtreiben" zu dürfen, solange die Umstände nach der Geburt mit Umständen vergleichbar wären, die eine Abtreibung gerechtfertigt hätten.
Um noch weitere Unzulänglichkeiten meiner Rhetorik zu unterbinden, hier ein Link zu dem Artikel.

Legaler Kindsmord: Forscher fordern Tötung von Neugeborenen
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Re: Sterbehilfe Ja oder Nein?

Beitragvon Lux » 27.03.2012 19:05

Gute Frage. Dürfen oder nicht dürfen?
Könnte daran liegen, das es Menschen gibt die ihr Baby direkt nach der Entbindung unterm Küchentisch töten.
Oder daran das es manche nicht untersuchen lassen und dann feststellen, das es keine Arme, keine Beine und keinen Kopf hat.
Was nun? Was tun? Ich denke die Maßstäbe sind hier die selben wie bei der Sterbehilfe alter Menschen, bzw Personen die
sich in besonderen Umständen befinden.
Darum glaube ich das es auch nicht erlaubt werden wird.
Eine persönliche Meinung dazu habe ich aber im Moment nicht dazu.
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Re: Sterbehilfe Ja oder Nein?

Beitragvon Cyprien » 27.03.2012 21:41

naja, der unterschied zwischen alten leuten oder sterbens kranken, bzw im koma liegenden ist der, dass die alten und kranken meist bereits ein leben gelebt haben und nicht gerade erst geworfen wurden.
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