Charaktere des Jahres

Charaktere des Jahres

Beitragvon Kelhim » 28.12.2012 17:25

Es ist ja ein Kompliment an ein Buch, wenn man auch im Nachhinein noch öfter an eine seiner Personen zurückdenkt, weil ihr jeweiliger Konflikt oder ihre Rolle über das Buch hinaus interessant ist. Von Comic- und Manga-Charakteren bis zu historischen Personen aus Biographien ist hier alles erlaubt, was zwischen zwei Buchdeckeln lebt und euch in diesem Jahr gefiel.

Es muss auch keine besondere Begründung gegeben werden - wäre aber natürlich interessant!

- Eloise Dujong aus "Das Dunkelbuch". Ich kenne den vorangegangenen Band nicht, darum weiß ich nicht, ob ihre Wirkung so geplant war.
Ihre Entwicklung von einer bodenständigen, zurückgenommenen Frau mit guten Manieren, für die ich als Leser alleine schon deshalb Sympathien hatte, weil der anständige, kluge Doktor sie liebt und sie auf der Seite der Guten steht ... hin zu dieser dummen Nuss, die jeden kleinen Verrat an ihren Gefährten später tränenreich damit entschuldigen will, sie hätte sie beschützen wollen und nur das Beste gewollt. Über ihr Ende war ich nicht wirklich froh, aber grimmig zufrieden. So eine Reaktion beim Leser auszulösen, ist schon eine kleine Leistung.

- ein gewisser "Machia", der leider einen zu schlechten Ruf hat
- Kunohara aus "Otherland". Obwohl ich die Bücher jetzt x-mal gelesen habe,
gefiel mir diesmal besonders seine True-Neutral-Rolle. Im Gegensatz zu vielen anderen neutralen Figuren in Romanen, die eigentlich eine beträchtliche Macht besitzen, die sie aus Angst vor zu hohen Verlusten oder vollständiger Vernichtung zuerst nicht einsetzen wollen, später aber natürlich doch tun ... ist Kunohara nämlich gerade nicht besonders mächtig. Außerdem lebt er im Schatten der "Feinde", die schon deshalb nicht seine Feinde sein können. Kunohara ist nicht so sehr die neutrale, aber souveräne "Schweiz" wie in vielen anderen Geschichten, sondern eher eine "NGO", wenn auch keine mildtätige, die keine Konfliktpartei gegen sich aufbringen darf, wenn sie überleben will. Dass er sich diesen Balanceakt selber ausgesucht hat, als er dem Otherland-Netzwerk beitrat, verschafft ihm zusätzlich ein paar unübliche Flecken auf seiner neutralen weißen Weste - aber selbst wenn er wollte, könnte er nicht mehr aussteigen, darum ist er zu der Vorsicht und Vagheit gezwungen, welche die Helden ihm vorwerfen. Er gehört zu denen, die aus reiner Vernunft und Notwendigkeit neutral sind, statt aus Tradition, Gleichgültigkeit oder Opportunismus.
The future has many paths.
Choose Whiskey.

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Re: Charaktere des Jahres

Beitragvon Cyprien » 01.01.2013 21:33

Roland Deschain, der letzte Revolvermann und Hauptcharakter aus Steven Kings "Der dunkle Turm"
Seine Zielstrebigkeit den Mann in Schwarz zu erwischen und den dunklen Turm im Zentrum aller Dinge zu erreichen, koste es was es wolle, zusammen mit seiner Entwicklung von einem hartherzigen, tausende Jahre altem Mann in einer Welt die sich weiterbewegt hat zu dem Anführer einer kleinen, familiären Gruppe bestehend aus einem Ex-Junkie, einer beinlosen Schwarzen, einem 12 jährigen Jungen und einem "Hund" durch die er Liebe und Kameradschaft wieder entdeckt. Und gerade obwohl er sie alle liebt ist er bereit jeden von ihnen zu opfern, um den Turm zu erreichen und seine Pflicht zu erfüllen.
Now those who were living did their best to survive
In that mad world of gut-blood and fire
And for seven long weeks I kept myself alive
While the corpses around me piled higher
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